Ehrlich
gesagt, ab meinem 35. Lebensjahr, empfand ich jeden weiteren Geburtstag
nicht mehr als grossen Grund zum Feiern. Denn ab diesem Alter kamen
bei mir die ersten, feinen Falten und die ersten grauen Haare zum
Vorschein. Ich merkte von da an, dass auch ich tatsächlich zu
altern begann.
In der Zwischenzeit bin ich über 45 Jahre alt und die Jahre gingen
nur so an mir vorbei. Nicht so die Falten, die blieben wohl eher an
mir hängen... Die sogenannten Krähenfüsse seitlich
der Augen wurden immer mehr, Zornesfalten hatten sich auch schon zwischen
den Augenbrauen gebildet und die sogenannten Nasolabial-Falten, wie
Schönheits-Experten die beiden Falten nennen, die von den Nasenflügeln
abwärts bis zur Mundecke verlaufen, wurden auch immer ausgeprägter.
Was mich aber am meisten nervte, sind diese furchtbar alt wirkenden
Fältchen auf der Oberlippe, am Hals und auf dem Dekolleté.
Den Rest gab mir die Bemerkung eines Arbeitskollegen meines Mannes,
der vor kurzem bei uns eingeladen war. Er schätzte mich glatt
5 Jahre älter als mein Mann, und das obwohl mein Mann und ich
den gleichen Jahrgang haben! Vermutlich wollte er 10 Jahre sagen und
hatte die Zahl auch noch anstandshalber halbiert…
Später las ich in einer Zeitschrift, dass Frauen in der Regel
tatsächlich rund 5 Jahre älter wirken als ihre gleichaltrigen
Partner, weil sie eine dünnere Hautschicht haben und sich daher
Falten schneller bilden als bei den Männern (aber diese wissenschaftliche
Erklärung konnte mich auch nicht darüber hinwegtrösten,
ganz im Gegenteil!).
Diesen offensichtlichen Altersunterschied zu meinem Mann, wollte ich
auf jeden Fall korrigieren. Bloss wie? Ich hatte bereits zahlreiche
Gesichtscremes ausprobiert, die allesamt völlig unzureichend
in der Wirkung waren.
Kurze Zeit später las ich in einer Beauty-Zeitschrift einen Artikel
über eine Falten-weg-Spritze, die von Schönheitschirurgen
eingesetzt wird. Dabei wird ein Nervengift Namens Botulinum-Toxin
in die zu behandelnde Gesichtsregion gespritzt. Das Nervengift hemmt
die Reizübertragung von den Nerven auf die Muskulatur, wodurch
während ca. 4 Monaten die behandelten Muskeln wie gelähmt
sind und so gewisse Gesichtsmimiken einschränken. Dies soll dazu
führen, dass Mimikfalten weicher und sanfter erscheinen.
Was ich da las, schien einleuchtend. Also beschloss ich kurzerhand
einen Termin bei einem Schönheitschirurgen zu vereinbaren, was
ich dann auch sogleich tat. Ich war so aufgeregt darüber, dass
ich mein Vorhaben meiner besten Freundin Monika nicht vorenthalten
konnte (insgeheim hoffte ich, sie würde mich zum Schönheitschirurgen
begleiten und diese Behandlung ebenfalls durchführen lassen wollen,
obschon sie es eigentlich (noch) nicht nötig hätte, da sie
10 Jahre jünger ist).
Monika war jedoch gar nicht begeistert von meinem Vorhaben und sagte
mir, sie hätte in einer Zeitschrift gelesen, dass diese Art von
Faltenbehandlung nicht ohne Risiken sei und allenfalls auch den Gesichtsausdruck
maskenhaft verändert. Sie sagte, sie würde mit ihrem Mann
darüber sprechen, der als Chemiker bei einem grossen Pharmakonzern
arbeitet, in der Hoffnung, er würde eine Alternative vorschlagen
können.
Und tatsächlich, der Zufall wollte es so, am nächsten Tag
rief sie mich ganz aufgeregt an und berichtete mir, dass ihr Mann
von einem Produkt gehört hatte, das tatsächlich nur durch
Auftragen auf die Haut die Mimikfalten weicher und sanfter erscheinen
lassen soll.
Der Name dieses Produktes heisst Aphrodite HEXA-forte. Darin soll
ein genialer Wirkstoff Namens Argireline sein, der von einem Medizin-Nobelpreisträger
entwickelt wurde und sofort eine hautentspannende und dadurch faltenglättende
Wirkung hat. Dabei soll sich auch der natürliche Gesichtsausdruck
nicht verändern. Und das Beste daran sei, dass der Lifting-Effekt
schnell sichtbar sein soll, das Produkt nebenwirkungsfrei sei und
beliebig lange aufgetragen werden kann. Monika sagte mir, dass sie
mir das Produkt besorgen könne.
Da ich meinen Termin beim Schönheitschirurgen erst in einer Woche hatte, blieb mir ja noch genügend Zeit dieses vielversprechende Produkt auszuprobieren (obschon ich nicht wirklich daran glaubte).
Also sagte ich ihr, sie könne mir das Produkt gerne besorgen.
